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Zusatzpunkteterroristen

Von Gonmag, August 26th, 2010

Das ist schon lustig: Da stellt eine Lehrerin die Aufgabe, einen Terroranschlag zu planen und alle regen sich auf. Allerdings über das Falsche. Ich rege mich auf, weil keiner der Schüler die Courage hatte aufzustehen und zu sagen: “Es gibt auf dieser Erde keinen Grund Zivilisten zu töten. Geben sie mir eine Sechs, aber so was schreibe ich nicht!”

Da das Thema “Konflikt” war denke ich mir, daß die Lehrerin den größten Schock erlitten hat, weil ihre Schülerschaft willig und gedankenlos bereit ist einen Massenmord zu planen, um gute Noten in der Schule zu bekommen. Das wiederum wirft die Frage auf: Wie menschenverachtend müßte eine Aufgabe sein, bei der die Schüler sich weigern sie zu lösen? Damit hinge dann zusammen: Wieviel Angst haben die Schüler vor den Lehrern oder schlechten Noten?

Die Schülerin, die sich weigerte – immerhin eine -, hat sich auch nicht direkt an die Lehrerin gewandt, sondern die vierte Macht, die Presse, eingeschaltet.

Wir lernen also von unseren Lernenden: Mache was dir gesagt wird, verkaufe zu Not deine Seele und vermeide Konflikte. Wenn sich der Konflikt nicht vermeiden läßt, laufe zu deinem großen Bruder und bitte ihn um Hilfe.

Stelle Dich niemals selbst einem Konflikt und vertrete Deine Meinung niemals vor Mächtigeren.

Geschäftsidee 2011

Von Gonmag, August 18th, 2010

Hoffentlich kommen sie, die Bildungsgutscheine. Dann kaufe ich mir ein Lesegerät und mache mit dem Prekariat halbe-halbe, damit diese normenkonform die Bildung ihrer Kinder versaufen können.

Mal ernsthaft: Der Kontrollapparat, der aufgebaut werden müßte, um Mißbrauch wenigstens einzudämmen dürfte dem des Krankenkassenzusatzbeitragsäumniszuschlagsstrafgeld ähneln. Für das Geld könnte man auch Lehrer einstellen und die Klassen verkleinern. Aber dann fließt natürlich nichts mehr zu den Privaten, die anscheinend unserer Regierung so am Herzen liegen.

Von Sarkozy lernen

Von Gonmag, August 5th, 2010

In Frankreich wird gerade über die Abschaffung der Unschuldsvermutung bei gleichzeitiger Einführung der Selbstüberwachung diskutiert: Die Franzosen sollen freiwillig ein Spywareprogramm auf ihren Computern installieren, welches protokolloiert, was sie wann mit dem Rechner gemacht haben und welche Dateien woher kommen. Damit sollen sie dann ihre Unschuld beweisen können. Also nicht mehr: “Jemand muß mir Schuld nachweisen”, sondern “ich muß meine Unschuld beweisen”.

Das hat großes Potential als kleiner elektronischer Zeuge.

Wenn in 5 Jahren jemand ALGII beziehen möchte, muß er nachweisen, daß er niemals die Schule geschwänzt hat, zu keiner Zeit in eine Rauferei verwickelt war und dem Lehrer niemals Widerworte gegeben hat.

Für die Krankenversicherung muß man seinen elektronischen Begleiter Zeugnis ablegen lassen, daß man zu keiner Zeit illegale Drogen oder übermäßig Rauschmittel konsumiert hat. Fehlende täglich Bewegung sowie nicht ausreichend gesunde Ernährung führen zur Ablehnung einer Versicherung.

Wenn jedoch alle Politiker und Staatsdiener einen solchen mit sich führen müßten …

Richtig Amoklaufen

Von Gonmag, July 8th, 2010

Da der eigentlich Artikel zynischer geraten ist, als er gedacht war, eine hohe Transferleistung und hohes Verständnis von Ironie und Sarkasmus voraussetzt, ist er nur unter “mehr” zu lesen.

Mein Mitgefühl gilt allen vom Fußball Geschädigten, besonders den Angehörigen der bislang vier  im Namen des Fußballs (WM 2010) ermordeten Menschen.

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Spätrömisch

Von Gonmag, July 7th, 2010

Herr Westerwelle braucht eine Zeitmaschine. Dringend.

So macht seine Aussage: “Wir haben für die dauerhafte Gesundheitsversorgung der Bürger eine Menge erreicht” im spätrömisch dekadentem Zeitzusammenhang schon Sinn. Wikipedia informiert zum Begriff Bürger:

“Das römische “Bürgerrecht”:

Der Civis, der Alteingesessene, durfte [...] an der gesetzgebenden Volksversammlung und an der Wahl teilnehmen, wobei die einzelne Stimme abhängig von Vermögen und Wahlbezirk (Tribus) unterschiedliches Gewicht hatte, oder auch selbst Ämter übernehmen, wenn er genügend Geld dafür hatte. Seine Geschäfte, auch mit Nichtrömern, waren durch die römischen Gesetze geschützt, und sollte er in Schwierigkeiten geraten oder eines Verbrechens angeklagt werden, so konnte er sich auf Vorrechte berufen („Civis romanus sum“).”

Vielleicht ist Herrn Westerwelle aber die Idee des Mittelalters sympathischer, nach der ein Bürger “ein vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft, der alle Rechte und Pflichten genoss” war. Den Rest nannte man damals “Inwohner oder Beisassen“, heute würde mancher diesen Menschenkreis wohl gerne in “Hartz IV’er” umtaufen, natürlich inklusive der eingeschränkten Rechte.

Auf den (sinngemäßen) Passus im Parteiprogramm müssen wir wohl auch nicht mehr lange warten:

Das Bürgerrecht umfasste neben der oft nach Einkommen abgestuften politischen Teilnahme und der Freiheit gegenüber Grundherren weitere Privilegien. So garantierte die Stadt den Rechtsschutz des Bürgers gegenüber äußeren Forderungen, beispielsweise gegenüber Gläubigern, kaufte Bürger aus der Gefangenschaft frei oder führte für ihre Bürger Fehden.

Exemplarisch

Von Gonmag, July 6th, 2010

… ein freund hat neulich erzählt, daß der bayrische volksentscheid übers nichtrauchen wunderbar illustriere, warum volksentscheide das schlimmste seien, was unserer demokratie passieren könne, sowohl direkt als auch indirekt.

auf meinen fragenden blick antwortete er, daß ‘wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht’  in unserer gesellschaft konsens sei und nicht nur deshalb volksentscheide verkapselte ego-trips wären.

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Raffiniert

Von Gonmag, July 6th, 2010

Bei den Banken, die erst systemrelevant gemacht wurden und mit eben diesem als Begründung Steuergelder zugeschanzt bekamen, ging es nicht so einach, aber bei BP dürfte es keinerlei Probleme geben, denn was windige Onlineshops im Kleinen können, sollte international und mit politischer Rückendeckung kein Problem sein:

BP wird abgewickelt.

Die Manager dürfen noch mal – vertraglich vereinbart – Abfindung kassieren, das Inventar wird filetiert und verkloppt, die Mitarbeiter entlassen und wenn es BP dann nicht mehr gibt, kann auch niemand mehr für den Schaden aufkommen.

Die Verteilung fängt schon an, denn BP soll sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Heißt: Die Bonbons werden verschenkt und das leere Glas mit globaler Betroffenheit beerdigt. Das muß nur schnell genug gehen, bevor die Bevölkerung am Golf merkt, wie ihnen mitgespielt wird. Öffentlichkeitswirksam ein paar Almosen verteilen und mit möglichst großen, weil viel hilft viel, Apperaturen hantieren.

Lang lebe die Marktwirtschaft!

Der [wegen möglicher Nutzungsrechte zensiert]

Von Gonmag, July 2nd, 2010

Der Mond ging langsam auf und tauchte die Shilouette von [wegen möglicher Nutzungsrechte zensiert] in dunkelblaues Licht. Schon öfters hatte [wegen möglicher Nutzungsrechte zensiert] diesen Ausblick auf die Skyline der [wegen möglicher Nutzungsrechte zensiert]-Ebene des Nachts genossen. Sie warf einen Blick auf ihren [wegen möglicher Nutzungsrechte zensiert]. Dies würde ein leichter Job werden. Die Sicherheitsvorkehrungen von [wegen möglicher Nutzungsrechte zensiert] waren kein großes Hindernis. Hier in den Außenbezirken waren Nachts nicht viele Menschen unterwegs. Die meisten saßen zuhause vor ihren [wegen möglicher Nutzungsrechte zensiert] und vergnügten sich mit [wegen möglicher Nutzungsrechte zensiert].

Ja, so macht Schreiben Spaß.